Operetten-Lexikon

Polnische Hochzeit

Operette in 3 Akten mit einem Prolog
Musik von Joseph Beer
Text von Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald
Uraufführung: 1937 in der Oper Zürich (Schweiz)

Ein heruntergekommenen Gutshof im Polen des Jahres 1830, ein reicher Fürst, ein junger Freiheitskämpfer, eine falsche Braut, eine schlaue Dienerin, Verwicklungen, Verwechslungen, Liebe und furiose Wortgefechte sind die Zutaten für die "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer. Der geschliffene Wortwitz, herausragende Komik und eine zu Herzen gehende Musik zwischen Operette und Musical machen den großen Erfolg dieser Operette aus. Die österreichische Erstaufführung mit Richard Tauber in der Rolle des Boleslav wurde 1938 von den Nationalsozialisten verhindert. Erst 2012 kommt es zur österreichischen Erstaufführung im Rahmen des Wiener Operettensommers.

Rollen

Baron Mietek Oginsky, Gutsbesitzer
Jadja, seine Tochter
Graf Staschek Zagorsky, genannt "Blaubart"
Graf Boleslav Zagorsky, sein Neffe
Casimir von Kawietzky, Praktikant
Suza, genannt "Die Wildkatze"

Handlung

Prolog: An der Österreichisch-Russische Grenze
Nach vielen Jahren kehrt der junge polnische Freiheitskämpfer Graf Boleslav in seine Heimat zurück. Er passiert als Diener verkleidet die Grenze, um die von seinem Onkel Graf Staschek Zagorsky verwalteten Güter seines Vaters zu übernehmen und um seine große Liebe aus Kindheitstagen zu heiraten.

1. Akt: Auf dem Schloss des Grafen Zagorsky
Graf Staschek Zagorsky ist ein äußerst gerissener, aber feiger Mann. Bereits fünfmal verheiratet, ließ er sich jedes Mal wegen einer jüngeren Frau scheiden. Als sein Neffe Boleslav zurückkehrt, plant er gerade die 6. Hochzeit mit Jadja. Der als Diener verkleidetete Boleslav gibt sich Jadja zu erkennen und erfährt von der geplanten Hochzeit. Er gibt sich seinem Onkel zu erkennen und fordert sein Erbe. Jadja weist Stascheks Antrag zurück. Der Onkel droht, seinen Neffen an die Polizei zu verraten und Jadja sieht sich gezwungen, seinen Heiratsantrag doch anzunehmen.

2. Akt: In der Empfangshalle auf dem Schloss des Baron Mietek Oginsky
Die Hochzeitsvorbereitungen sind voll im Gange. Suza, die Gutsverwalterin des Barons, ist Jadjas beste Freundin. Diese intelligente dynamische junge Frau bringt dem Grafen Staschek nur Verachtung entgegen. Sie plant die Flucht der Liebenden. Noch vor der Hochzeitszeremonie soll ein Kutscher das junge Paar in Sicherheit bringen und ein Leuchtsignal soll das Gelingen des Plans künden. Graf Staschek feiert die bevorstehende Hochzeit mit einem Trinkgelage. Da entdeckt Suza das Leuchtfeuer und triumphierend berichtet sie Staschek, dass seine junge Braut mit ihrem Geliebten über die Grenze in Sicherheit ist. Staschek zeigt sich wenig berührt, denn er hat seinerseits  bereits eine weitere Kutsche losgeschickt, um das Paar zurückzuholen.

Die Hochzeit kann beginnen und die Braut betritt, ihr Gesicht von einem dichten Schleier verhüllt, die Kapelle. Boleslav, der unglückliche Liebhaber, wurde auf der Flucht gefangen und ins Schloss gebracht. Die Hochzeitszeremonie ist zu Ende. Als Graf Staschek seiner frisch angetrauten Frau den Hochzeitskuss geben will und ihren Schleier lüftet, ist er sprachlos. Anstelle von Jadja hat er Suza geheiratet.

3. Akt: In den Gemächern von Graf Staschek
In der Hochzeitsnacht hat die "Wildkatze" Suza ihren Ehemann misshandelt. Auf Knien bittet Graf Staschek um die Aufhebung seiner Ehe mit Suza. Er ist mit allen ihren Bedingungen einverstanden. Boleslav erhält sein rechtmäßiges Erbe und die Liebenden sind wieder vereint. Suza heiratet ihren Geliebten Casimir. Der alte Graf Staschek aber beschließt, in Zukunft auf Frauen zu verzichten und sein Leben ausschließlich dem Wein zu widmen.