Operetten-Lexikon

Ein Walzertraum

Operette in 3 Akten
Musik von Oscar Straus
Text von Felix Dörmann und Leopold Jacobson
Uraufführung: 2. März 1907 im Carltheater (Österreich)

Das von Felix Dörmann und Leopold Jacobson stammende Textbuch basiert auf der Novelle "Nur der Prinzgemahl" von Hans Müller. Die Operette "Ein Walzertraum" von Oscar Straus wird 1907 im Carltheater in Wien uraufgeführt. Mit dem verträumten Sujet vom alten Wien spricht Straus in der niedergehenden Monarchie dem Publikum aus dem walzerseligen Herzen und sichert seiner Operette damit einen Welterfolg. Er kann mit dieser Operette Franz Lehars "Die lustige Witwe" in den Aufführungszahlen zeitweise sogar überflügeln.

Rollen

Helene, Prinzessin (Sopran)
Niki, Leutnant (Tenor)
Franzi Steingruber, Dirigentin der Damenkapelle (Soubrette)
Joachim XIII., Fürst von Flausenthurn (Bass)
Graf Lothar, sein Vetter (Buffo)
Friederike von Insterburg, Oberkammerfrau (Alt)
Montschi, Leutnant (Bariton)
Wendolin, Minister (Bariton)
Sigismund, Lakai (Bariton)
Tschinellen-Fifi, Mitglied der Damenkapelle
Annerl, Mitglied der Damenkapelle
Eduard, Kammerdiener

Hofstaat, Hofgesinde, Ehrenjungfrauen, Offiziere, Volk, Mitglieder der Damenkapelle

Handlung

1. Akt: Im prachtvollen Saal des Schlosses im Fürstentum Flausenthurn zu Beginn des 20. Jhdts.
Prinzessin Helene, die Tochter des regierenden Fürsten Joachim XIII. von Flausenthurn, und der österreichische Leutnant Niki haben gerade geheiratet. Niki aber ist als Prinzgemahl ohne wirkliche Aufgaben gar nicht glücklich. Er sehnt sich nach seinem geliebten Wien zurück. Als ihn der Fürst auch noch darauf aufmerksam macht, dass die einzige Aufgabe eines Prinzgemahls sei, möglichst rasch einen Thronfolger zu zeugen, gesteht Niki, dass dies so mit ihm nicht funktioniere. Als am Abend vom nahe gelegenen Park sanfte Walzermelodien zum Schloss herauf klingen, ist Niki plötzlich wie verwandelt. Er gibt vor, schlafen zu gehen, verlässt aber heimlich mit seinem Freund dem Leutnant Montschi das Schloss und begibt sich zum Musikpavillon in den Park.

2. Akt: Im Park beim Musikpavillon
Die im Park spielende Damenkapelle macht gerade eine Pause und Niki nützt diese Gelegenheit, um mit der Dirigentin Franzi Steingruber zu flirten. Sie ist einem kleinen Abenteuer mit dem jungen feschen Offizier aus Wien nicht abgeneigt. Im Schloss hat man inzwischen auch bemerkt, dass Niki verschwunden ist und macht sich im Park auf die Suche nach dem Prinzgemahl. Dabei hat Fürst Joachim es auf die kesse Tschinellen-Fifi abgesehen und sein Vetter Graf Lothar bandelt mit der Dirigentin des Orchesters an. Als Niki plötzlich von seiner Gattin Helene zum Tanzen aufgefordert wird, werden sie vom Volk als Hoheiten erkannt und gehuldigt. Franzi ist nun klar, dass aus dem Flirt mit dem feschen Offizier keine Liebschaft werden kann.

3. Akt: Im Salon des Schlosses
Prinzessin Helene denkt immer wieder an den Abend im Park. Nie zuvor hat sie ihren geliebten Niki so fröhlich gesehen. Sie hat Franzi Steingruber ins Schloss eingeladen. Von ihr will sie das Geheimnis des Wiener Walzers erfahren. Helene bittet die Musikerin, verschleiert ins Schloss zu kommen, damit sie von Niki nicht erkannt wird. Ein paar Tage lang breitet sich so die Wiener Gemütlichkeit im Schloss aus. Niki ist durch die innere Wandlung seiner Frau immer mehr von Helene angetan. Graf Lothar aber glaubt, die verschleierte Frau, welche sich täglich ins Schloss schleicht, sei Nikis Geliebte. Er möchte Niki eines Seitensprungs überführen und blamiert sich dabei. Aus dem Nebenzimmer dringt eine liebliche Walzermelodie, gesungen von einer Frauenstimme und begleitet von einer Geige. Es sind Helene und Franzi. Begeistert schliesst Niki seine Frau in die Arme und huldigt mit ihr dem Wiener Walzertraum. Franzi Steingruber und ihre Damenkapelle verabschieden sich zu einem Gastspiel in der österreichischen Hauptstadt Wien.

Orchesterbesetzung

Streicher
2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Harfe, Celesta, Gitarre und Schlagwerk
Bühnenmusik (Damenkapelle)