Operetten-Lexikon

Tausend und eine Nacht

Operette in 1 Vorspiel und 2 Akten
Neubearbeitung von "Indigo und die 40 Räuber" (UA: Wien 1871)
Musik von Johann Strauss
Musikalische Bearbeitung von Ernst Reiterer
Text von Leo Stein und Karl Lindau
Uraufführung: 15. Juni 1906 in Wien (Österreich)

Mit der Urfassung dieser Operette als "Indigo und die vierzig Räuber" macht Johann Strauss 1871 den ersten Schritt vom Tanz- und Instrumentalmusikkomponisten zum Operettenkomponoisten. 1906 wird das erste Bühnenwerk von Johann Strauss mit einem neuen Textbuch von Leo Stein und Karl Lindau unter dem Titel "Tausend und eine Nacht" wiederaufgeführt.

Die Operette wird bereits davor mehrmals umgearbeitet. Eine vollkommen neue Fassung erscheint in Paris unter dem Titel "La Reine Indigo" ("Königin Indigo"). Unter diesem Titel kehrt die Operette 1877 nach Wien zurück, wo sie für kurze Zeit im Theater an der Wien gespielt wird. Die langlebigste Bearbeitung der ursprünglichen Operette ist aber die Fassung als "Tausend und eine Nacht" aus dem Jahre 1906 mit einem völlig neuen Textbuch. Diese Fassung ist überall in Europa zu sehen, darunter auch 1949, 1959 und 1978 auf der Seebühne in Bregenz.

Rollen

Sultan Suleiman Ben Akbar (Tenor)
Eddin Abo Hassarak, sein Sekretär (Bariton)
Wally,  eine junge Wienerin und seine Frau (Sopran)
Mahmud Nehrin, der Großwesir
Ormaz, ein Magier
Kaimakan, der Große des Reiches
Leila, die Nichte des Magiers (Sopran)
Mossu, ein Fischer (Tenor)
Zoraide, eine Haremsdame (Sopran)
Zaire, eine Haremsdame (Sopran)
Neruda, eine Haremsdame (Sopran)

Gefolge des Sultan, Würdenträger, Polizisten, Wachen, Sklaven und Volk.

Handlung

Irgendwann und irgendwo im Morgenland
Sultan Suleiman war auf einer längeren Europareise und wird nun an seinem Hofe wieder feierlich empfangen. Aus Europa bringt er viele neue Ideen mit. Neben zahlreichen anderen Reformen will er in seinem Land vor allem die Vielweiberei abschaffen, denn er hat sich in Leila, die Nichte des Magiers Ormaz, verliebt und diese will nur einwilligen, wenn er alle seine anderen Frauen verstösst. Der Groswesir und die Haremsdamen machen aber größten Widerstand und man beschließt eine Revolte. Der Sekretär des Sultans hat aus Wien zudem auch noch die junge Wally mitgebracht, welche den Harem des Sultans ziemlich durcheinanderbringt. Leila ist mit dem Fischer Mossu verheiratet. Suleiman macht Mossu für eine Woche zum Sultan, damit er selbst ungestört die Nähe Leilas suchen kann. Am Ende stellt sich alles als Märchen heraus und Sultan Suleiman kann seine geliebte Leila heiraten.

Musiknummern

Es war einmal ein Fischer
Tralala, so hört man es klingen
Ja so singt man in der Stadt, wo ich geboren
Sag', bist du mir gut
Nun lachst du mir wieder