Operetten-Lexikon

Zwei Herzen im Dreivierteltakt

Operette in 3 Akten
Musik von Robert Stolz
Text von Paul Knepler, Ignaz Michael Welleminsky und Robert Gilbert
Uraufführung: 30. September 1933 im Stadttheater Zürich (Schweiz)

1930 komponiert Robert Stolz die Musik zur Filmoperette "Zwei Herzen im Dreivierteltakt" (oder "Der verlorene Walzer"). Der Film kam erstmals am 13. März 1930 in die Kinos. Drei Jahre später kommt das Werk am 30. September 1933 als Operette in 3 Akten (8 Bildern) im Stadttheater Zürich zur Uraufführung. Das Textbuch dafür stammt von Paul Knepler, Ignaz Michael Welleminsky und Robert Gilbert. Das Textbuch wurde von Robert Herzl gemeinsam mit Kurt Huemer 1980 für die Wiener Volksoper neu verfasst.

Rollen

Anny Lohmayer, eine Operettendiva (Sopran)
Toni Hofer, ein Operettenkomponist (Tenor)
Hedi (Mezzosopran)
Nicki Mahler, Textdichter (Tenorbuffo)
Vicki Mahler, sein Bruder und Textdichter (Tenorbuffo)
Ein Theaterdirektor (Komiker)
Blaustingl, sein Sekretär (Komiker)
Weigl, ein Theaterdiener (Komiker)
Franz Gschwendtner, ein Heurigensänger (Bariton)
Brigitte, eine Wirtschafterin (Mezzosopran)
Baron Hartenberg
Fredy Pachinger
Dr. Mitislav Isakiewicz, ein Notar
Mizzi Reitmayr, eine Soubrette
Kammersänger Blinder
Ein Inspizient

Wirtshausgäste, Kellner und Theatervolk

Handlung

Die Handlung der Operette spielt in Wien in den 1930-Jahren

1. Akt:
Die beiden Brüder Nicki und Vicki Mahler arbeiten am Textbuch für die neue Operette des Komponisten Toni Hofer. Die, mit dem Komponisten liierte, bekannte Operettendiva Anny Lohmeyer ist für die Hauptrolle in dem neuen Werk vorgesehen. Aber als ihr Toni seine neue Komposition vorspielt, die sie singen soll, erklärt sie, einen solchen Schwachsinn singe sie nicht und verlässt zornig das Haus. Der Theaterdirektor hingegen ist mit der neuen Operette zufrieden, macht jedoch zur Bedingung, dass noch ein zündender Walzer als musikalischer Höhepunkt dazu komponiert werden müsse. Beim Heurigen trifft Toni seinen früheren Studienkollegen Fritz Gschwendtner, der ihm rät, sich eine neue Freundin als Muse zu suchen, damit ihm wieder zündende Melodien zufliegen.

2. Akt:
Auch die beiden Textdichter sind der Meinung, dass Toni nur von einer charmanten Dame zu einer Höchstleistung inspiriert werden kann. Dafür haben sie die Soubrette Mizzi Reitmeyer engagiert, damit sie die Rolle der Muse übernimmt. Ihre Schwester Hedi hat aber alles mitbekommen und will selbst die Rolle der Muse spielen, denn sie hat schon lange ein Auge auf Toni geworfen. Toni Hofer sitzt am Klavier und ist auf der Suche nach dem zündenden Walzer. Da betritt eine feine Dame lautlos sein Zimmer und stellt sich ihm als "Fee Florabella" vor. Er ist entzückt und sofort erklingen aus seinem Instrument ganz andere Töne als zuvor. Es entsteht eine zündende Walzermelodie, bis die Fee plötzlich verschwindet.

3. Akt:
Toni eilt zu seinen beiden Textdichtern, um ihnen seine neue Walzermelodie vorzutragen. Er setzt sich ans Klavier, doch er hat die zündende Melodie vergessen. Der Walzer ist verloren! Jetzt könnte nur noch die unbekannte "Fee Florabella" helfen. Bei der Generalprobe für die neue Operette sitzt Toni verzweifelt am Theaterflügel und sucht nach dem verlorenen Walzer. Plötzlich ertönt eine sanfte Melodie aus dem Bühnenhintergrund. Der verlorene Walzer ist gefunden und Toni erkennt, dass die "Fee Florabella" in Wirklichkeit die Schwester seiner beiden Textdichter ist. Endlich hat er seine wahre Muse gefunden und die Premiere der neuen Operette ist gerettet.

Musiknummern

Auch du wirst mich einmal betrügen, auch du
Du bist meine schönste Träumerei
Heute besuch ich mein Glück
Meine kleine Schwester heißt Hedi
Wenn man zweimal leben könnte