Operetten-Lexikon

Ball im Savoy

Operette mit Vorspiel und 3 Akten
Musik von Paul Abraham
Text von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda
Uraufführung: 23. Dezember 1932 im Großen Schauspielhaus in Berlin (Deutschland)

Eineinhalb Jahre nach "Die Blume von Hawaii" bringt Paul Abraham seine nächste Operette "Ball im Savoy" heraus. Das Textbuch dazu stammt von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda. Abraham komponiert dazu eine mitreißende Mischung aus Berliner Jazzmusik, ungarischen Zigeunerweisen, wienerischen Melodien und jiddischem Klezmer. Der neuerfundene Känguru-Step, Fox und Blues geben den Takt an. Die Operette wird mehrmals verfilmt (1934, 1936, 1955 und 1971).

Rollen

Madeleine de Faublas (Sopran)
Marquis Aristide de Faublas, ihr Ehemann (Tenor)
Daisy Darlington, Jazzkomponistin (Soubrette)
Mustapha Bey, türkischer Botschaftsattaché (Tenorbuffo)
Tangolita, eine argentinische Tänzerin (Alt)
Archibald, Aristides Kammerdiener (Bariton)
Die sechs geschiedenen Frauen des Mustapha Bey
Célestin Formant
Pomerol, der Ober im Savoy
Monsieur Albert, Chef eines Pariser Modesalons
Ernest Bennuet, ein junger Freund Célestins
Bébé, Madeleines Zofe

Gäste bei Faublas, Hotelgäste, Hotelpersonal, Ballgäste, Tänzerinnen (Chor, Ballett und Statisterie)

Handlung

Vorspiel: Am Canale grande in Venedig
Der reiche Adlige Aristide de Faublas hat die charmante Madeleine geheiratet. Ihre Hochzeitsreise führt sie nach Venedig.

1. Akt: In der Halle einer Villa in Nizza
Das frisch vermählte Paar zieht in Aristides Villa in Nizza ein. Zum Einstand sind zahlreiche Freunde eingeladen, darunter der türkische Botschaftsattaché Mustapha Bey. Mitten in der Party bekommt Aristide ein Telegramm von seiner früheren Geliebten, der wegen ihres Lebenswandels in Verruf geratenen Tänzerin Tangolita. Aristide wollte ihr damals die Trennung mit einem großzügig bemessenen Scheck versüßen. Tangolita lehnte den Scheck jedoch ab und nahm ihm stattdessen das Versprechen ab, dass er sie einmal zu einem Galadiner ausführen müsse, wann immer sie möchte. Jetzt ist es soweit. Aristides Freund Mustapha Bey hat eine Idee, wie man die verfahrene Situation wohl am besten meistern könnte. Da kommt ein zweites Telegramm, in dem ein Komponist namens Pasodoble den Hausherrn bittet, ihn im Hotel Savoy aufzusuchen, wo er im Ballsaal sein neuestes Werk dirigieren werde. Hinter dem Pseudonym Pasodoble verbirgt sich die Jazzkomponistin Daisy Darlington, die mit Madeleine befreundet ist. Sie hat auf Wunsch des in sie verliebten Türken, das fingierte Telegramm aufgegeben, aber auch ihrer Freundin Madeleine eine Nachricht über das seltsame Spiel zukommen lassen. Madeleine will natürlich auch ins Savoy, als sie erfährt, das ihr Gatte, erst kurz verheiratet, sie schon betrügt.

2. Akt: Vorraum zum Ballsaal des Savoy
Beim Ball im Savoy lernt Madeleine den junge, schüchternen Rechtsreferenten Célestin kennen. Sie lockt ihn in ein Separée, ohne zu wissen, dass ihr Gatte im Separée nebenan mit Tangolita speist. Als Aristide mit seiner zu Hause wähnenden Frau telefonieren möchte, leitet der Ober das Gespräch ins Nebenseparée um. Zuerst läßt sich Madeleine scheinbar auf Aristides Spiel ein, aber dann bezichtigt sie ihren Mann in aller Öffentlichkeit der Untreue. Der gedemütigte Aristide verlässt wütend den Ball.

3. Akt: In der Halle einer Villa in Nizza
Aristide ist fest entschlossen, sich von Madeleine scheiden zu lassen. Er engagiert einen Anwalt zur Abwicklung der Scheidung. Zu Aristides Überraschung ist es aber jener junge Mann, den er beim Ball im Savoy mit Madeleine erwischt hatte. Der Anwalt versichert seinem Auftraggeber, dass er mit Madeleine keine eheliche Untreue begangen habe. Madeleine wiederum wird von Daisy Darlington überzeugt, dass auch Aristide keinen Seitensprung begangen hat. Das zerstrittene Paar versöhnt sich wieder. Mustapha Bey lässt aber nicht locker, will er doch die von ihm so begehrte Daisy Darlington erobern. Sechsmal war er schon verheiratet und um seinem Werben Nachdruck zu verleihen, lässt er alle seine Ex-Gattinnen aufmarschieren. Schlussendlich ist Daisy doch geneigt, die siebte Frau des Türken zu werden.

Musiknummern

Es ist so schön am Abend bummeln zu geh’n
Wenn wir Türken küssen
Bist du mir treu
Ich hab einen Mann, der mich liebt
Toujours l’amour
Känguruh

Orchesterbesetzung

Streicher,
Flöte, 2 Klarinetten, Fagott, 2 Hörner, 3 Trompeten, 2 Posaunen
2 Klaviere, 2 Banjos, Harfe und großes Schlagwerk