Operetten-Lexikon

Jara Beneš (1897-1949)

geboren am 5. Juni 1897 in Prag (Tschechien)
gestorben am 10. April 1949 in Wien (Österreich)
begraben am Hietzinger Friedhof (Gruppe 35, Nummer 24C)

Jaroslav Beneš studiert nach dem Abitur am Prager Konservatorium bei Vitezslav Novák. Schon als junger Mann begeistern ihn die Operetten seines böhmischen Landsmannes Oskar Nedbal (1874-1930) und von Leo Fall (1873-1925). Während seiner Tätigkeit als Theaterkapellmeister in Prag veröffentlicht Beneš seine ersten Kompositionen und hat damit so großen Erfolg, dass er sein Theaterengagement aufgibt, um als freischaffender Komponist leben zu können. Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin geht er in den 1930er Jahren nach Wien, wo fast alle seiner Operetten zur Uraufführung kommen. Sein größter Erfolg ist die Operette "Auf der grünen Wiese", die am 9. Oktober 1936 an der Wiener Volksoper erstmals gespielt wird. Ein weiteres Standbein hat Jara Beneš als Komponist für den noch jungen österreichischen Tonfilm. Seine Musik ist einfallsreich und von slawischen Tanzelementen durchsetzt. Er komponiert auch unter dem Pseudonym Peter Brandt. Jara Beneš stirbt am 10. April 1949 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren in Wien und wird am Hietzinger Friedhof bestattet. Heute ist er als Komponist mit allen seinen Werken weitgehend vergessen und wird nur mehr selten gespielt.

Werke

Der heilige Antonius (Operette, Wien 1935)
Auf der grünen Wiese (Revue-Operette, Wien 1936)
Gruß und Kuss aus der Wachau (Revue-Operette, Wien 1938)
Der gestohlene Walzer (Operette, 1948)
Die Pariserin
Die Rose von Argentinien

Literatur

Arnbom, Marie-Theres: Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt: Aus der Volksoper vertrieben – Künstlerschicksale 1938, Wien 2023.