Operetten-Lexikon

Walter Kaufmann (1907-1984)

geboren am 1. April 1907 in Karlsbad (heute Tschechien)
gestorben am 9. September 1984 in Bloomington, Indiana (USA)
begraben in Bloomington, Indiana (USA)

Walter Kaufmann wird am 1. April 1907 in Karlsbad geboren. Er erhält seinen ersten Musikunterricht bei seinem Onkel, später studiert er Komposition an der Hochschule für Musik in Berlin bei Franz Schreker und Musikwissenschaft an der Deutschen Universität in Prag. Er ist von 1927 bis 1929 als Kapellmeister in Karlsbad und Eger, später auch bei der Ufa in Potsdam-Babelsberg und an den Barnowsky-Bühnen in Berlin tätig. In Berlin ist er Assistent von Bruno Walter an der Charlottenburger Städtischen Oper. Weiters arbeitet er mit Ralph Benatzky zusammen, dessen Werke er dirigiert und dem er auch als Komponist zuarbeitet. Von 1932 bis 1934 tritt er oft als Pianist und Dirigent in Radiosendungen des Prager Rundfunks auf. Walter Kaufmann gehört zu der Generation von den Nationalsozialisten vertriebener Komponisten. Er reist 1934 nach Indien, um dort musikethnologische Studien zu betreiben, kehrte aber aufgrund der fatalen politischen Entwicklungen nicht mehr in seine Heimat zurück. Seine Operette "Die weiße Göttin" wird erst 1935 in Karlsbad uraufgeführt. Sein Wunsch, nach 1945 nach Prag zurückzukehren, läßt sich nicht verwirklichen und so versucht er ein Leben in London. Ab 1947 lebt er in Kanada, wo er ab 1948 Musikdirektor und Dirigent des neugegründeten Winnipeg Symphony Orchestra wird. Von 1957 bis zu seinem Tod am 9. September 1984 ist er schließlich in den USA an der Indiana University in Bloomington als ordentlicher Professor für Musikwissenschaft tätig.

Werke

Hadassah/Ester. (Oper, 1931/32)
Der Hammel bringt es an den Tag (Kammeroper, Prag 1934)
Die weiße Göttin (Operette, Karlsbad 1935)
Anasuya (Rundfunkoper, Bombay 1938)
A Parfait for Irene (Oper, Bloomington 1952)
The Research (Oper, Tallahassee 1953)
Visages (Ballett, Winnipeg 1950)
Heute Nacht Fräulein (Operette, Linz 2026)